DFB-Pokal Achtelfinale: Borussia Mönchengladbach unterliegt FC St. Pauli
Im DFB-Pokal-Achtelfinale am 2. Dezember 2025 musste Borussia Mönchengladbach eine unerwartete Heimniederlage gegen den Zweitligisten FC St. Pauli hinnehmen. Die Partie endete mit 1:2 (0:1) zugunsten der Gäste, die damit ins Viertelfinale einzogen. Für Gladbach bedeutete dies das Aus im Pokalwettbewerb und eine deutliche Zäsur im Saisonverlauf.
Spielverlauf und Taktik
Trainer Eugen Polanski, seit Mitte November im Amt, reagierte mit einer vierfachen Umstellung in der Startformation gegenüber dem vorangegangenen Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig. Florian Neuhaus und Jens Castrop standen aufgrund von Muskelproblemen und Krankheit nicht zur Verfügung. Für sie begannen Lukas Ullrich, Kevin Stöger, Giovanni Reyna und Shuto Machino, die eine sehr offensive Formation bildeten. Machino agierte zusammen mit Haris Tabakovic im Angriff.
Die erste Halbzeit war von einem verhaltenen Beginn geprägt, was auch durch Proteste der Fans, die zwölf Minuten lang die Kurven schweigen ließen, begünstigt wurde. Gladbach hatte zwar mehr Ballbesitz und begann zunehmend Druck aufzubauen, konnte sich aber keine zwingenden Chancen erspielen. Ein Distanzschuss von Stöger in der elften Minute wurde vom St.-Pauli-Torhüter Nikola Vasilj entschärft. Die Gäste ihrerseits verteidigten geschlossen und setzten auf Konter.
Der Rückstand und Defensive Schwächen
In der Schlussphase der ersten Halbzeit dauerte es bis zur 43. Minute, als der bisher glücklose St.-Pauli-Stürmer Martijn Kaars nach einem präzisen Pass von Joel Chima Fujita allein auf das Tor zulief, im Strafraum Ruhe bewahrte und zur Führung traf. Die Gladbacher Defensive zeigte sich in dieser Szene unkonzentriert, wodurch die Gäste effektiv davon profitierten.
Im Gegensatz zu den vorangegangenen Wochen ließ die Abwehr der Fohlen einige Ungenauigkeiten zu und konnte nicht ihre sonst gewohnte Stabilität zeigen. Besonders deutlich wurde dies bei der Führung der Hamburger kurz vor der Pause.
Gladbachs Ausgleich und erneutes Gegentor
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Borussia den Druck und stellte auf ein aggressives Pressing um. Die Veränderung zeigte Wirkung, als Franck Honorat, bis dahin bester Spieler der Gastgeber, über die rechte Seite in den Strafraum eindrang und mustergültig in den Lauf von Tabakovic flankte. Dieser nutzte eine Unaufmerksamkeit des Gästetorwarts aus und markierte den Ausgleichstreffer.
Doch der FC St. Pauli ließ sich davon nicht beeindrucken. In der Folge zeigte sich die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin weiterhin taktisch diszipliniert und setzte auf kraftvolle Gegenangriffe. In der Schlussphase sorgte Louis Oppie für die erneute Führung der Gäste, die Gladbachs Bemühungen um eine weitere Reaktion zunichte machte.
Wichtige Faktoren und Ausfälle
- Gladbach fehlten Florian Neuhaus und Jens Castrop verletzungsbedingt, zudem stand Kapitän Jonas Hack aufgrund von Knieproblemen nicht zur Verfügung.
- Die Abwehrreihe der Fohlen wirkte im Vergleich zu den vorherigen Spielen unsicherer, was sich in entscheidenden Situationen rächte.
- St. Pauli zeigte eine kompakte Defensivleistung und nutzte seine Chancen effizient.
- Die Fans von Borussia Mönchengladbach protestierten während des Spiels zwölf Minuten gegen geplante Sicherheitsmaßnahmen im Fußball.
Ausblick
Für Borussia Mönchengladbach ist das vorzeitige Pokal-Aus ein Rückschlag nach zuletzt positiver Entwicklung in der Liga mit fünf Spielen ohne Niederlage. Trainer Eugen Polanski steht vor der Herausforderung, den Aufwärtstrend wiederherzustellen und die Mannschaft insbesondere defensiv stabiler zu machen.
Der FC St. Pauli hingegen sichert sich durch den Erfolg wichtige Selbstbestätigung und zieht mit einem überzeugenden taktischen Auftritt in die nächste Pokalrunde ein.
